Vater von drei Töchtern, Backyardläufer und Coach aus Albinen im Wallis.
Als Kind habe ich mit Laufen angefangen, um wegzukommen. Heute laufe ich Rennen ohne festes Ende. Und ich begleite Menschen beim Laufen und in der Bewegung. Hier steht, woher ich komme und was mich bis heute trägt.




Ich war das Kind, das anders geredet hat.
Mein Vater kam aus Deutschland. Ich habe Hochdeutsch gesprochen. Und das R konnte ich nicht rollen.
Dafür wurde ich ausgelacht. Und es gab ein paar, die mich verprügeln wollten.
Also bin ich gerannt. Nicht auf einer Bahn, nicht mit Plan. Einfach weg. So hat mein Laufen angefangen: als Flucht.
2006 kam Parkour dazu. Ich war zwölf, dreizehn. Hier oben wusste damals kaum jemand, was das sein soll. Drei Jahre habe ich im Bergdorf trainiert, danach in Münsingen.
Parkour hat etwas verschoben. Durch den Sport habe ich mir so ein bisschen meinen Respekt erkämpft.
2012 habe ich die Ausbildung zum TRUST Education Headcoach gemacht. Seither habe ich über tausend Menschen unterrichtet. Kindergartenkinder, Schulklassen, Vereine, Firmen.
Die Bewegung ist geblieben. Die Flucht nicht.
Als ich 18 war, bekam mein Vater die Diagnose. Krebs, unheilbar.
Er ging jeden Tag schwimmen. Er hat noch acht Jahre gelebt.
Seine Haltung war einfach:
«Ich lebe heute einfach so, als ob es mein letzter Tag wäre.»
Nach seinem Tod habe ich gemerkt, das war kein Spruch. Das war seine Entscheidung, jeden Morgen aufzustehen, für mich da zu sein und zu sagen, dieser Tag zählt.
Diese Haltung habe ich von ihm. Ich laufe nicht, um etwas zu beweisen.

Ich laufe, weil jeder Schritt zählt. Heute ist ein richtig guter Tag.

Gerannt bin ich schon als Kind. Bewusst mit Laufen angefangen habe ich im Juni 2022.
Im November 2022 wollte ich meine ersten 100 Kilometer laufen. Es lag Schnee. Ich habe es nicht geschafft. Später hat es geklappt.
Mit 31 bin ich von Albinen aus 200 Kilometer gelaufen. Allein, in Barfussschuhen.
Barfuss laufe ich seit rund 16 Jahren. Heute in Schuhen von Joe Nimble.
Ich bin Backyardläufer und ich bin langsam. Ich hasse Intervalle.
Beim Backyard läufst du jede Stunde eine Runde von 6,7 Kilometern. Wer nicht rechtzeitig am Start steht, ist raus. Es gewinnt nicht der Schnellste. Es gewinnt, wer am längsten wieder losgeht.
Lange habe ich ganz ohne Rennen trainiert. Dann ging es so weiter:
Mein langfristiges Ziel: 100 Runden bis 2035.
Und ein Ziel ausserhalb vom Backyard: den Swiss Alps 100 unter 20 Stunden.



Ich bin keiner, der morgens motiviert aus dem Bett springt. An manchen Tagen brauche ich eine halbe Stunde, bis die Schuhe an sind. Ich erzähle das, weil es stimmt.
Im Rennen ist das nicht anders. Irgendwann kommt die Runde, nach der ich aufhören will.
Was hilft dann? Fast nie ich selbst. Rausgebracht hat mich meistens jemand anderes. Lea, die fragt, wie es läuft. Oder die Crew im Zelt.
Ich laufe ohne Schmerzmittel.
Und ich habe eine Regel. Am nächsten Tag will ich wieder mit meinen Kindern auf den Spielplatz. Kostet ein Rennen mehr als das, war es zu viel.



Lea ist meine Frau. Zusammen haben wir drei Töchter.
Wir wohnen in einem Tiny House in Albinen. In dem Dorf, aus dem ich komme.
Mit Lea mache ich den Podcast «ein richtig guter Tag». Der Name kommt von meinem Vater.
Meine Töchter zeige ich hier nicht. Nicht mit Namen und nicht mit Bild.
Über 15 Jahre war ich angestellt. Seit August 2026 bin ich selbständig. Das sind die Teile meiner Arbeit.


Bewegung war nie Disziplin. Erst Flucht. Dann Überleben. Heute Freiheit.
Ich laufe nicht, weil ich hart bin. Ich laufe, weil es mir guttut. Und weil ich bei meinem Vater gesehen habe, was ein Tag wert ist.





Wenn du mit mir laufen willst, reden wir zuerst. 15 Minuten, gratis, am Dienstag- oder Donnerstagnachmittag. Danach weisst du, ob es passt. Oder schreib mir einfach auf Instagram.
Liebe Grüsse, Pierre

