Für Eltern

«Ist das nicht gefährlich?»

Es ist die häufigste Frage von Eltern, und sie verdient mehr als eine beruhigende Antwort.

Ja, es besteht ein Risiko, wie bei jeder Bewegung. Die längere Antwort ist interessanter, denn sie dreht die Frage um. Nicht Klettern und Springen sind das Problem, sondern deren Abwesenheit.

Warum Schonung das grössere Risiko ist

Kinder, die nie klettern, springen und stürzen dürfen, verletzen sich später häufiger. Der Grund ist einfach: Sie haben nie gelernt, eine Situation einzuschätzen und einen Sturz abzufangen. Wer mit zwölf zum ersten Mal von einer Mauer springt, hat kein Programm dafür — wer es mit sieben hundertmal gemacht hat, schon.

Darum beginnt bei uns jede Saison mit dem Fallen. Abrollen, seitlich abfangen, weich landen. Das ist die unspektakulärste Übung im ganzen Programm und die wichtigste, und sie wirkt weit über das Training hinaus — auf dem Pausenplatz, beim Velofahren, im Schnee.

Wie wir konkret arbeiten

Der Aufbau ist immer derselbe: erst am Boden, dann niedrig, dann höher. Kein Kind steht auf einer Höhe, auf der es nicht vorher fünfzig Mal darunter war. Zwei Coaches sind in der Kinderklasse anwesend, damit die Gruppe für schwierigere Aufgaben geteilt werden kann und niemand unbeaufsichtigt an einer heiklen Station steht.

Und: Niemand muss. Wir gehen nie über das hinaus, was ein Kind selbst wählt. Ein Kind, das zu einem Sprung gedrängt wird, ist genau das Kind, das sich verletzt — weil es halb zögert, während der Körper schon unterwegs ist.

Was tatsächlich passiert

Schürfungen, blaue Flecken, gelegentlich eine geprellte Hand. Das gehört dazu und ist im Rahmen dessen, was auf jedem Pausenplatz passiert. Für den Ernstfall gilt: Wir haben von jedem Kind einen Notfallkontakt, und bei jeder Anmeldung wird bestätigt, dass gesundheitliche Einschränkungen wie Asthma oder Allergien gemeldet sind.

Häufige Fragen

Sind die Kinder versichert?

Für die Unfallversicherung sind die Teilnehmenden beziehungsweise die Erziehungsberechtigten selbst verantwortlich, wie bei jedem Freizeitsport in der Schweiz. Das steht so auch in den Anmeldebedingungen.

Springen die Kinder von Dächern?

Nein. Wir trainieren draussen rund um das Schulhaus in Brig, auf Höhen, die dem Alter entsprechen. Was auf Videos im Internet zu sehen ist, hat mit Kindertraining nichts zu tun.

Was passiert, wenn sich ein Kind verletzt?

Wir betreuen vor Ort, informieren umgehend die hinterlegte Notfallnummer und entscheiden gemeinsam über das weitere Vorgehen. Beide Coaches sind im Umgang mit Kindergruppen erfahren.

Mein Kind ist sehr wagemutig. Wird es gebremst?

Ja. Wagemutige Kinder brauchen eher Grenzen als Ermutigung, und ein grosser Teil unserer Arbeit besteht darin, das Tempo aus einer Bewegung zu nehmen, bis die Technik stimmt.

Komm einfach mal vorbei.

Das Probetraining ist gratis, wenn dein Kind danach einsteigt. Sonst kostet es pauschal 20.–.

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