Für Eltern

«Mein Kind ist unsportlich.»

Diesen Satz hören wir oft. Fast immer stimmt er nicht — er beschreibt nur, dass ein Kind bisher die falschen Aufgaben bekommen hat.

Wenn Eltern das sagen, meinen sie meistens etwas Konkretes: Der Ball geht daneben, beim Rennen ist es hinten, im Turnunterricht wird es zuletzt gewählt. Das sind alles Beobachtungen aus Situationen, in denen verglichen wird. Und Vergleich misst nur eines — wer heute schon kann, was gefragt ist.

Was «unsportlich» meistens wirklich heisst

Die verbreiteten Kindersportarten haben eine Eigenheit: Sie verlangen von Anfang an eine sehr spezielle Fähigkeit. Fussball braucht Ballgefühl, Turnen braucht Mut zum Gerät, Leichtathletik braucht Tempo. Wer die eine Sache nicht mitbringt, wirkt sofort unbegabt — obwohl er vielleicht ausgezeichnet klettert, sich hervorragend orientiert oder eine Mauer hochkommt, an der andere scheitern.

Dazu kommt ein zweiter Punkt, der selten ausgesprochen wird: Kinder, die etwas nicht sofort können, hören auf zu üben. Das hat nichts mit Faulheit zu tun, sondern damit, dass Üben vor Publikum unangenehm ist. Aus «kann ich noch nicht» wird binnen weniger Monate «bin ich nicht». Das ist kein Talentproblem, das ist ein Motivationsproblem.

Was bei uns anders läuft

Bei uns gibt es weder eine Rangliste noch eine Zeitmessung, und niemand wird auf eine Position gestellt. Es gibt Hindernisse und die Frage, wie man hinüberkommt. Ob ein Kind die Mauer im ersten oder im zwanzigsten Versuch schafft, sieht niemand ausser ihm selbst — und genau das nimmt den Druck raus, der das Üben verhindert hat.

Dazu kommt die Breite. Balancieren, klettern, springen, rollen, werfen, fangen, ziehen, stossen, laufen, fallen: Zehn Bewegungsformen statt einer. Fast jedes Kind ist in mindestens einer davon gut, und diese eine Erfahrung trägt es in die anderen neun hinein.

Was das mit euch als Eltern macht

Der wirksamste Satz, den Eltern nach ein paar Wochen sagen, lautet nicht «es ist sportlicher geworden». Er lautet «es traut sich jetzt mehr zu». Das ist die eigentliche Veränderung — und sie zeigt sich zuerst ausserhalb des Trainings: auf dem Pausenplatz, beim Klettern im Wald, beim Radfahren.

Beim Probetraining muss niemand irgendetwas beweisen. Steigt euer Kind danach ein, war es gratis. Wer findet, es passe nicht, zahlt pauschal 20.–.

Häufige Fragen

Mein Kind ist wirklich sehr unbeweglich. Ist es dafür zu spät?

Nein. Der Aufbau beginnt bei jedem Kind auf seinem Niveau — bei den Grundlagen wie sicher landen, abrollen, balancieren. Genau diese Grundlagen fehlen den meisten, auch den scheinbar sportlichen Kindern.

Wird mein Kind ausgelacht, wenn es etwas nicht kann?

Wir arbeiten in Gruppen mit zwei Coaches und teilen die Kinder nach Aufgabe, nicht nach Können. Es gibt keine Situation, in der ein Kind vor der ganzen Gruppe etwas vorführen muss.

Ab welchem Alter ist Parkour für Kinder sinnvoll?

Ab 6 Jahren. Die Kinderklasse geht bis 12, ab 10 Jahren steht zusätzlich die Jugendklasse offen. Entscheidend sind Reife und Niveau, nicht das Geburtsjahr.

Wo findet das statt?

In Brig jeden Mittwoch von 16.45 bis 18.15 Uhr, in Leuk jeden Donnerstag von 17.00 bis 18.30 Uhr, in Visp ist eine Klasse am Mittwoch von 14.30 bis 16.00 Uhr geplant, sie startet nach den Herbstferien, sobald acht Kinder eingetragen sind.

Komm einfach mal vorbei.

Das Probetraining ist gratis, wenn dein Kind danach einsteigt. Sonst kostet es pauschal 20.–.

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